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Tobias Schreibt über Seinen Segeltörn „Malta -> Valencia“

Tobias schreibt über seinen Segeltörn „Malta -> Valencia“

Abfahrt von Malte Richtung Italien Sizilien. Bei Bericht von Tobias.

26.10. Samstag

Tag 1 = 67sm

Nach dem Einräumen des Bootes gingen wir in den Yachtclub, um dort an der Abschlussfeier des 40. Rolex Cups teilzunehmen. Hier ist auch der Entschluss gefallen, sich vor dem Auslaufen mit Fingerfood und etwas Bier zu sättigen.

So gegen 20:30 hieß es dann „Leinen los“ und auf in fremde Gewässer. Ab 22:00 wurden Wachen eingeteilt für jeweils 2h. Ulli und ich (Tobias) hatten von 0-2 und 4-6. Um 5:00 traf uns ein Gewitter und der Wind frischte bis zu 28Kn auf. Da wurde es schon etwas ruppig, aber die Crew hatte alles im Griff 🙂 Kurz nach 6:30 wurde die Fock gesetzt und mit lauen 6Kn ging es weiter in Richtung Sizilien. Ab 7:00 kein Wachdienst mehr.

Abenteuer Segeln von Malta nach Valencia mit Sailing Deluxe

27.10. Sonntag

Tag 2 = 40sm

14:30 – es regnet. Also, Ölzeug an und unter Segeln raus aus dem Hafen. Unser Wind stand sehr gut, sodass wir guter Dinge waren, direkt nach Sardinien segeln zu können. Schlagartig hörte der Wind auf zu blasen und wir mussten die Segel bergen. Angekündigt waren Gewitter mit Starkregen bei 3-5 Bft. Für die geplante Tour nach Sizilien ist das überhaupt nicht gut. Unter diesen Bedingungen würden wir drei Nächte am Stück durchfahren. Also, Planänderung. Wir schalten für 3h den Motor an und fahren bis Pmpe Dolce – essen, trinken, schlafen vernünftig und fahren dann am Montag ausgeschlafen und mit vollem Tank Richtung Sardinien. Fest in Pmpe Dolce um 20:30 Uhr. In einer kleinen und gemütlichen Hafenkneipe finden wir noch ein lauschiges Plätzen und fallen danach alle sprichwörtlich hundemüde in die Kojen. 22.30 Uhr nichts regt sich mehr an Bord 🙂

Segeltrip mit Sailing Deluxe von Malta nach Valencia

28.10 Montag

Herrlich – in der Stadt gefrühstückt! Vorerst ohne Tanken (keine Tankstelle) laufen wir um 9 Uhr aus. Nächster Stopp „Tankstelle“ in 20sm auf der Route nach Sardinien. 14:00 Uhr machen wir entspannt an der Tankstelle von Sciacca fest. 2 Stunden später sind wir 100 Liter Diesel reicher. Der köstliche Fisch und die hervorragende Pasta stärken und motivieren uns zusätzlich. Ziel Bonifacio – ca. 50Sm bis zum westlichsten Punkt Siziliens und 200 Sm bis Bonifacio. Werden voraussichtlich bis Mittwoch frühen Morgen am Stück unterwegs sein. Juchu, eine neue Etappe inkl. Nachtfahrt steht an.
Ab 20:00 Uhr Wacheinteilung im 2h-Takt für 12h. 

Abenteuer Segeln von Malta nach Valencia mit Sailing Deluxe


29.10. Dienstag

8:00 Uhr morgens und es bestes Sommerwetter. Shorts und T-Shirt zieren die Segelcrew – YES! Nach ruhiger Nacht kurz das Deck gefegt und den Gennaker vorbereitet. Ab jetzt warten wir auf >6kn konstanten Wind, um alles zu setzten, was geht. Wir sehen auf drei Seiten hohe Haufenwolken über zwei Level, das sieht sehr positiv für Segelwind aus. Nun heißt es Abwarten und nach einem kurzen Nickerchen erst einmal Frühstücken.

Wir hatten den ganzen Tag das Groß draußen und zum Teil auch Code Zero (sehr großes Vorsegel). Leider spielte der Wind, wie vorhergesagt, nicht auf Dauer mit. Kurz nach 16:00 Uhr entschieden wir gemeinschaftlich, dass wir den Süden von Sardinien ansteuern und uns somit ein bis zwei Nächte mehr im Hafen sichern. Die Nordumfahrung nimmt uns zu dieser Zeit zu viele Reserven in Anspruch.

Gesagt, getan – 16:15 neuer Kurs wird angelegt.
Kurz darauf stellt Jens seine Kochkünste unter Beweis und serviert uns ein leckeres und vor allem warmes Abendessen – Nudeln in vier unterschiedlichen Variationen. Der Himmel meint es ebenfalls gut mit uns und beschert uns im Anschluß einen wunderbaren Sonnenuntergang (inkl. Sundowner alla Luxuskreutzfahrt „Sailing Deluxe“ 🙂 ).

Die Nacht bricht viel zu schnell herein. Bereits um 18:30 ist es super dunkel und der Horizont ist mehr zu sehen.

Wachbeginn ist wie immer 20:00 Uhr im 2h Rhythmus.

Segeltrip mit Sailing Deluxe von Malta nach Valencia


30.10. Mittwoch

Mit einer tollen Sicht auf Sardinien frühstücken wir lecker an Bord. 12:45 Tanken im Hafen. Knapp eine Stunde später machen wir schon fest in der Marina Portus Karalis. Das Bier haben wir uns verdient! 🙂

Nachdem wir überaus lecker Essen waren, diskutierten wir über Dinge, die uns an Bord gefallen oder verbesserungswürding sind. War zur Halbzeit gut und notwendig. Im Anschluß wurde die Musik an Deck etwas lauter und wir haben das Nachtleben der Sizilianischen Stadt bis zum Morgengrauen erobert.

Segeltrip mit Sailing Deluxe von Malta nach Valencia


31.10. Donnerstag

Nach einer sehr langen Nacht und aufgrund der Tatsache, dass eine große Gewitterfront mit Regen und Wind auf dem Meer sein Unheil treibt, wurde ein Hafentag zur Regeneration beschlossen. Frühstück, schlafen, shoppen und lecker Abendessen. Ein gelungener und erholsamer Tag.


01.11. Freitag

Nach der gestrigen Regeneration waren alle bereits um 7 Uhr wach und bereit für neue Abenteuer. Das Frühstück nahmen wir im Hafen zu uns und verstauten anschließend unsere Shoppinglieferung von frischen Lebensmitteln. 10:00 Uhr ging es dann Richtung Balearen. Der aktuelle Plan (auf Grund der Wind Forecast Werte) ist, dass wir direkt Kurs auf Ibiza nehmen. Falls der Wind sich doch drehen sollte, können wir abkürzen und auf Mallorca oder Menorca unseren Zwischenstop am Sonntag einlegen.
Wir haben noch direkt im Hafenbecken das Groß und die Fock gesetzt.
Tschau Bella Italia, schön wars bei Dir.


02.11. Samstag

Seetag – heißt bei Sailing-Deluxe 3-4m Welle für 1 1/2 Tage und Wind mit bis zu 27Kn. Gefühlt habe ich an Deck ebenfalls mindestens 10Sm absolviert. Premiere für alle mit >24h auf Deck. War ne echt coole Erfahrung!!! Danke an unseren Skipper, Jens!

Sailing Deluxe: ein Erfahrungsbericht zu einem Segeltörn


03.11. Sonntag

1:00 machen wir fest auf Menorca in der Marina Port Mahon. 39h auf See und 262Sm liegen hinter uns. Endorphine schwirren immer noch durch das Blut. Wir haben alle alles gegeben für diesen tollen Erfolg – es war echte Teamarbeit.

In der Bar gegenüber zauberte uns die Kellnerin noch einen leckeren warmen Snack und zwei Bier als Bett Hupferl.

Ausschlafen am Morgen und ein ausgiebiges Frühstück machten uns wieder fit für den Tag. Das Frühschoppen in der Bar gegenüber mit Live Musik und einem anschließenden Stadtbummel hat uns allen sehr gefallen. Ein leckeres Abendessen rundete den Abend hervorragend ab. 


04.11. Montag

Wecker um 6:45 – alle sind fit und munter für Frühstück, Tanken und die Überfahrt nach Malle. Um 9:30 geht es dann direkt mit Segeln aus dem Hafen von Mahon.

An der Ostseite von Menorca frischte der Wind bis zu 27kn auf (Tendenz steigend) und Wellen erreichten 5m Höhe. Auf Am-Wind-Kurs kein Geschenk, doch wir nahmen die Wassermassen, welche sich über unserem Boot ergossen wie Männer. Die Stimmung war, trotz der sehr rauen See, gut.

Nach ca. 20 Sm und sich weiter verschlechternden Umständen, entschied Jens mit unserem Einverständnis umzukehren und zurück nach Menorca zu segeln.

Mit raumen Wind sind wir über die Wellen zurückgesurft. Spitzengeschwindigkeiten bis zu 16,9Kn haben alle Gemüter sehr glücklich gestimmt. In Menorca liefen wir unter vollen Segeln und gut gelaunt ein. Nachdem wir uns mit Süßwasser am Steg das Salz vom Ölzeug gewaschen hatten, ließen wir den Abend in einer Bar ausklingen.

Ein glücklicher, feucht fröhlicher Tag, welcher noch lange kein Ende nahm.

Sailing Deluxe: ein Erfahrungsbericht zu einem Segeltörn Malta Valencia
Sailing Deluxe: ein Erfahrungsbericht zu einem Segeltörn Malta Valencia

06.11. Mittwoch 

Duschen, Kraft sammeln und frühstücken. Der Wetterbericht für die kommenden zwei Tage und Nächte sagte gute Bedingungen für uns voraus, sodass uns nur „Ciao Menorca“ zu sagen blieb. Schön war es hier. Aber nun, auf nach Valencia.

Südlich an Malle und nördlich von Ibiza führte uns unser Skipper Richtung Spanisches Festland. Die See war Anfangs mit 2m Dünung sehr unruhig. Die Nacht sollte zwischen Malles Gefängnisinsel und Ibiza ruhiger werden.

Bis der Wind sich drehte, auffrischte und wir in der Finsterheit einige Manöver (Fock rein, Sturmfock raus und wieder zurück und Wende,…) fahren mussten. Da wir die gesamte Nacht mit gutem Wind unterwegs waren, wurde mit Ölzeug unter Deck auf Lee in den Wachpausen geruht.
Diese Nächte sind spannend, wahnsinnig lehrreich, aufregend, und doch auch kräftezehrend.

Tolle Sonnenuntergänge und -aufgänge runden solche Nächte jedoch gekonnt ab.


07.11. Donnerstag

Müde, hungrig, aber guter Dinge beenden wir den Wachdienst und widmen uns dem gemeinsamen Frühstück an Deck. Einfaches Brot mit Schicken kann ja so delikat sein 🙂

So gegen Mittag sehen wir bereits das Spanische Festland. Wir probieren unterschiedliche Segelkombinationen und Kurse aus, um ggf. doch noch Zeit gut zu machen, da am Abend Gewitter aufkommen sollen.

Der Winfinder hat alle Prognosen, Windrichtungen, Zeiten und Stärken korrekt voraus gesagt, sodass der Plan unseres Skippers Jens voll und ganz aufgeht – spannend so etwas mit zu erleben und lehrreich zugleich.

Zum Sonnenuntergang noch flink ein paar leckere Brote, einen ordentlichen Schluck Rum und die Nachtwachen können wieder beginnen.
Am Horizont bilden sich die angekündigten Gewitter. Ein tolles und ehrfürchtiges Ereignis. Aus Sicherheitsgründen beschließen wir, vor dem Wachbeginn die Segel zu bergen und direkten Kurs auf den Hafen von Valencia zu nehmen.

Sailing Deluxe: ein Erfahrungsbericht zu einem Segeltörn Malta Valencia

08.11. Freitag

Mitternacht – Beginn der vermeintlich letzten Wachen von Ulli und mir.

10 Minuten später frischt der Wind auf bis zu 30 Kn. Wir kommen mit unserem Motor nicht mehr gegen Wind und Welle an – all hands on deck. Wir müssen umgehend die Sturmfock setzten und Richtung Landabdeckung fahren. Selbst das wird eine Herausforderung. Mittels mehrerer Wenden bei Sturm konnten wir kurz vor der Hafeneinfahrt und nach literweisen Salzwasser-Duschen das Segel kurz vor dem Hafen zu zweit bergen.

Erschöpft und sichtlich erleichtert machten wir um 3:40 in Valencia fest.

Nach 42 1/2h und 251Sm sind wir alle froh unser Ziel erreicht zu haben.
Nach zwei Rum-Cola gehen wir umgehend in die Kojen.
Nach ein paar Stunden Schlaf und einer erfrischenden Dusche beschließen wir einen Spaziergang zum Strand zu machen. Das angrenzende Hotel liefert uns ein leckerer Frühstücksbüffet.
Nun heißt es Sachen packen, Kassensturz, klar Schiff machen und ab ins Taxi Richtung Flughafen.

„Auf Wiedersehen“, eine herzliche Umarmung und der Antritt der Heimreise steht bevor.

Jeder hat sicher seine eigenen Erkenntnisse aus dieser Reise gezogen. Ich darf euch dreien, Jens, Rasmus und Ulli sagen, dass es für mich sehr lehrreich, aufregend und spannend war. Vor allem hat es mir aber sehr viel Spaß gemacht.

Von dieser Reise werde ich noch sehr lange zehren, da ich nun auch eigenständig Nachtfahrten und längere Schläge mitFreunden und meiner Frau durchführen kann.

Euch allen und besonders Jens möchte ich nochmals sehr danken für die tolle Zeit, den interessanten Gesprächen und die Gemeinschaft, welche wir zusammen hatten. Es waren Höhen und Tiefen, welche wir gemeinsam als Crew gelöst haben.